Der Dachsteingletscher hat einen traurigen Rekord erreicht: Mit heutigem Tag sind seine Eisreserven für den Sommer aufgebraucht – so früh wie noch nie! Ab jetzt schmilzt Eis, das sich über viele Jahre gebildet hat und nicht mehr nachwächst. Gründe dafür sind die hohen Temperaturen und der schneearme Winter. Vor allem in den vergangenen fünf Jahren ist der Dachsteingletscher immer schneller geschmolzen, warnt der Meteorologe und Glaziologe Klaus Reingruber:
Für Experten*innen ist das ein alarmierendes Zeichen. In den letzten 20 Jahren, in denen am Dachteingeltscher geforscht wurde zeigt sich, die Lage wird immer prekärer. Geografin und Glaziologin Elke Lemmerer warnt, dass es dem Gletscher nun „an die Substanz“ geht:
Gletscherschwund betrifft uns alle
Die Folgen des Gletscherschwunds betreffen die Menschen im Tal direkt. Denn Gletscher speichern Wasser und geben es nach und nach wieder ab. Verschwinden sie, gerät dieses natürliche Gleichgewicht aus den Fugen. Das zieht dramatische Folgen nach sich, sagt Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder:
Wenn die Gletscher verschwinden, drohen demnach langfristig häufiger Hochwasser nach Starkregen – und gleichzeitig Wasserknappheit in Dürreperioden.
Lösungsansätze
Um Gegenzusteuern sind sich Experten*innen einig: Nur konsequenter Klimaschutz und weniger CO₂-Ausstoß können das Abschmelzen der Gletscher bremsen.
Der Dachstein ist kein Einzelfall. Deshalb ist es auch sinnvoll über die Landesgrenzen hinwegzublicken. Etwa in die Schweiz. Dort gibt es mehr als 1.400 Gletscher – und auch sie verlieren Jahr für Jahr an Eis. Laut dem Schweizer Glaziologen Dr. Matthias Huss hat es seit über 25 Jahren kein einziges Jahr ohne Gletscherschwund gegeben:
Entwicklung Dachsteingletscher
Wie sich der Dachsteingletscher entwickelt hat und weiter entwickeln wird, wenn nichts getan wird kann man eindrucksvoll unter apptauen.at sehen.
