Drei Tote – Mann erschießt Frau und Tochter

Einsatz, Tote, Urfahr, Polizei

Mordalarm am frühen Nachmittag in Linz. Gegen 14 Uhr ist ein Großaufgebot an Einsatzkräften nach Linz Urfahr gerast – vor einem Traditionsgasthaus sind mehrere Schüsse gefallen. Während zunächst Amoklauf-Warnungen im Umlauf waren, hat uns die Polizei bestätigt: es handelt sich um einen Doppelmord und anschließendem Suizid.

Ein 88-jähriger Mann hat vor dem Gasthaus zwei Frauen erschossen haben, es handelt sich um die 89-jährige Ehefrau und die 61-jährige Tochter des Schützen, die in Deutschland gelebt hat. Nach dem Doppelmord hat sich der Mann selbst umgebracht. Die Tatwaffe, eine Faustfeuerwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde am Parkplatz vor dem Gasthaus sichergestellt, so Polizeisprecherin Ulrike Handlbauer:

„Was wir sagen können, ist, dass die Tatwaffe vor Ort aufgefunden wurde und daher zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung besteht.“

Die Tatwaffe hat der Mann illegal besessen. In der Wohnung des Mannes haben Beamte weitere Munition und Magazine gefunden, die zur Tatwaffe passten.

Der Bereich um das Gasthaus wurde großräumig abgesperrt – die Spuren am Tatort wurden gesichert. Es wurde auch ein Abschiedsbrief gefunden, den der Mann handschriftlich verfasst hat, davon geht die Polizei derzeit aus. Über den Inhalt ist derzeit aber noch nichts bekannt.

Ebenso unklar ist momentan noch das Motiv – da werde derzeit noch ermittelt, so Polizei-Sprecherin Ulrike Handlbauer. Vermutet wird, dass es Streitigkeiten ums Erbe in der Familie gegeben hat.

Bei vielen sitzt der Schock tief. Im Gastgarten haben einige die Schüsse hautnah mitbekommen, so wie uns Augenzeugin Nicole aus Linz erzählt hat:

„Wie gesagt, ich habe nur drei Schüsse gehört, wir sind im Gastgarten gesessen, eine ganze Gruppe von uns. Und ich habe eigentlich gar nicht geglaubt, dass das wirklich Schüsse sind. Ich habe geglaubt, dass ist irgendein Böller oder Schweizer. Gleich drauf ist dann die Chefin gekommen und hat das gesagt und dann waren wir alle fertig. Das hat uns alle mitgenommen natürlich.“

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren.

Noch am Abend haben die Stadt Linz und die ARGE Urfahranermarkt das für den Abend geplante Feuerwerk am Urfahraner Markt abgesagt und auf Samstag verschoben. Stattdessen soll am Donnerstag um 21.30 eine Gedenkminute für die Opfer und die Hinterbliebenen abgehalten werden. Währenddessen stehen die Fahrgeschäfte still, die Lichter werden ausgemacht.

Der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer hat aufgrund der Ereignisse den schon einberufenen Sicherheitsgipfel für kommenden Montag erweitert. Neben Polizei, Vertretern aus dem Präventions- und Sozialbereich ist jetzt auch die gesamte Stadtregierung eingeladen.

Der Bereich in Urfahr wurde großräumig abgesperrt.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Hilfe: Falls Sie selbst oder eine nahestehende Person sich in einer seelischen Krise befinden oder Suizidgedanken haben, können Sie sich jederzeit an die Telefonseelsorge unter 142 wenden. Informationen HIER.

Bilder: fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr, Markus Hauser