Drogen unter Fisch und im BH: Polizei gelingt Schlag gegen Drogenhandel

Drogen

Bild: TEAM FOTOKERSCHI.AT / KALTENLEITNER

Es ist ein absoluter Drogenhotspot in Linz gewesen: die Gegend rund um das Kremplhochhaus. Seit Jahren gibt es dort Probleme – es wurde auf offener Straße mit Suchtgift gedealt. Immer wieder hat die Polizei Dealer verhaftet, jetzt aber ist der große Schlag gelungen, sagt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. 85 Personen wurden mit einem Schlag verhaftet, so Pilsl:

„Das hat uns über Jahre beschäftigt. Wir haben immer wieder Nadelstiche gesetzt, haben versucht, die Lage dort zu entschärfen. Aber der durchschlagende Erfolg ist erst jetzt gelungen. Es waren jeden Tag zwischen zehn und manches Mal natürlich wesentlich mehr Kräfte im Einsatz. So ist es seit September gelungen, 85 Suchtgifthändler und auch Konsumenten vor Ort festzunehmen.“

Die Aktion wurde monatelang vorbereitet. Ende August letztes Jahr hat es vor Ort einen Lokalaugenschein der Einsatzkräfte gegeben, um die Reißleine zu ziehen, so Pilsl. Man wollte die Köpfe dieses Drogenhandels schnappen. Daraufhin ist eine Schwerpunktaktion angelaufen, täglich waren mindestens 10 Beamte vor Ort, sagt Simon Kreutzer vom Linzer Stadtpolizeikommando:

„Es wurde grundsätzlich einmal in der Woche ein Schwerpunkt von uniformierten Kräften durchgeführt, die hier im öffentlichen Raum Präsenz zeigten und präventiv wirkten. Aber im Hintergrund, die kriminalpolizeilichen Maßnahmen wurden grundsätzlich von zehn Beamtinnen und Beamten mindestens durchgeführt, um hier einen Zusammenhang zu erkennen.“

Drehscheibe des Drogenhandels waren ein Geschäft und ein Cafe. Eine Familie hat dort mit den Drogen gedealt: ein 34jähriger Sohn und seine Eltern – ein Familiengeschäft, sagt Staatsanwältin Ulrike Breiteneder:

„Der 34-jährige Sohn war der Kopf des Business. Der Vater hat dann Chauffeurdienste geleistet und genauso die 60-jährige Mutter. Die hatte auch eine gewisse Quantität an Kokain in ihrem BH mit sich geführt.“

Bei einer Hausdurchsuchung im Jänner haben die Polizisten bei der Familie überall Drogen gefunden, so Breiteneder:

Das Suchtgift war tatsächlich überall. Es war unter den Lebensmitteln, unter Fisch und Fleisch, in den Tiefkühlschränken, in den Kühlschränken, unter Möbeln, in Sofa-Ritzen, auf der Toilette, in der Dusche, hinter dem DJ-Pult, also wirklich überall.“

Es sind kiloweise Cannabis und Kokain sichergestellt worden, dazu 65.000 Euro Bargeld.