Welche Drogen werden in Linz und Umgebung wirklich konsumiert und in welcher Menge? Das ist derzeit schwierig zu beantworten, man könne sich dieser Frage nur mit verschiedenen Datenquellen annähern, sagt der Drogenkoordinator des Landes, Thomas Schwarzenbrunner. Ein Puzzleteil dazu wäre ein so genanntes Abwasser-Monitoring. Dabei wird das Abwasser der Großkläranlage in Linz auf Rückstände von Substanzen untersucht. Im Gemeinderat gibts heute einen VP-Antrag dafür. Thomas Schwarzenbrunner sagt, was man da herausfiltern könnte:
„Grundsätzlich alle klassischen Drogen, sag ich jetzt einmal. Sowohl im legalen als auch im legalisierten Bereich – da kann Nikotin nachgewiesen werden, da kann Alkohol nachgewiesen werden, aber auch Kokain oder andere Stimulanzien. Cannabis kann genauso nachgewiesen werden, also da haben wir ein großes Spektrum.“
Mit diesem Drogen-Monitoring könnte man ein klareres Bild von der Drogenszene bekommen, sagt Schwarzenbrunner. Denn derzeit etwa gebe es eine Tendenz Richtung Kokain und das in ganz Europa, so der Drogenkoordinator:
„Weil einfach da der Markt sehr gekennzeichnet ist durch eine hohe Verfügbarkeit und andererseits durch eine sehr hohe Reinheit. Das ist aber ein Marktphänomen, das wir nicht nur in Oberösterreich und Österreich haben, sondern das haben wir europaweit gerade.“
Mit den Ergebnissen aus einem derartigen Abwasser-Monitoring wären gezielte Maßnahmen in der Suchtprävention möglich, so Schwarzenbrunner. In Vorarlberg etwa sei das im gesamten Bundesland bereits Realität – da gebe es sogar mehrere Messpunkte, die zusammengeführt werden, so der Drogenkoordinator.
Mit im Boot müsste die LinzAG sein, die betreibt die Großkläranlage. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadt Linz und 39 Umlandgemeinden aus sechs politischen Bezirken Oberösterreichs. Eine Sprecherin sagt uns: ein Drogenmonitoring ist derzeit nicht in Überlegung.
Heute also kommt dieses Abwasser-Monitoring als Teil eines Sicherheitsantrags von VP-Vizebürgermeister Martin Hajart wieder in den Linzer Gemeinderat. Wieder, denn erst kürzlich ist ein derartiger Antrag abgelehnt worden.
Bild: TEAM FOTOKERSCHI.AT / KALTENLEITNER
