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Die Hälfte aller 12 bis 14-jährigen Kinder in Oberösterreich haben schon Pornos gesehen – sie kommen immer öfter früher und auch teils unfreiwillig in Kontakt mit pornografischen Inhalten. Viele werden im Netz sexuell belästigt. Es werden Nacktbilder über WhatsApp oder Snapchat geschickt. Viele gehen auf senden und schicken diese wieder weiter.
Das Land OÖ hat darauf jetzt reagiert und ein spezielles Workshop-Angebot entwickelt, sagt der für den Jugendschutz zuständige Landesrat Martin Winkler:
„Unsere Kinder und Jugendlichen werden im Internet mit sexualisierten Inhalten konfrontiert, tagtäglich. Sie haben im Umgang miteinander auch das Thema, dass heute sehr viele Kinder und Jugendliche schon Nacktfotos verschicken oder geschickt bekommen. Da ist wichtig, dass man weiß, was darf man, was darf man nicht, wie kann ich mich wehren, wenn ich belästigt werde und so weiter. Also uns geht es darum, dass wir Kinder und Jugendliche schützen und stärker machen im Umgang mit den Social Medias.“
Diese Workshops werden ab sofort in Oberösterreichs Schulen angeboten. Wir reden da nicht über abstrakte Dinge, sondern es betrifft die Kinder und Jugendlichen tagtäglich, sagt Medienpädagoge Manuel Lanzerstorfer. Er berichtet etwa von einem 14-Jährigen, der wochenlang mit einem Freund aus Deutschland Computergames gespielt hat. Plötzlich hat dieser sogenannte Internet-Freund Nacktbilder von dem Buben verlangt und ihm gedroht. Genau solche Dinge werden in diesen Workshops besprochen, so Lanzerstorfer:
„Das kann man sich ja gar nicht vorstellen mit jemandem, mit dem man online wochenlang geschrieben hat, monatelang geschrieben hat, wo man glaubt, man ist wirklich ein best friend. Und dann kriegt man auf einmal so eine Nachricht, man will so ein Foto haben, wo man nackt ist. Also das ist doch ein Schreckmoment auch für die Jugendlichen.“
Da geht es vor allem darum, dass Kinder sich trauen, Stop zu sagen und sich an Vertrauenspersonen zu wenden. Wenn Kinder und Jugendliche Nacktbilder weiterschicken, machen sie sich zugleich auch teils strafbar, so Lanzerstorfer:
„Wenn man sich jetzt vorstellt, es werden oft Sticker erstellt von Jugendlichen, auch mit Fotos von Klassenkameraden, die weitergeschickt. Und natürlich auch, was ist denn überhaupt auf dem Bild zu sehen? Ist denn derjenige vielleicht gar nicht bekleidet oben? Und da gibt es ganz klar das Ja. Sie können sich auch strafbar machen.“
Das Wichtigste an diesen Workshops: Kinder und Jugendliche in ihrer Medienkompetenz zu stärken und ihnen zu sagen, was sie im Falle des Falles tun sollen: Nein sagen, Chats sichern, Screenshots machen und die Person blockieren oder melden. Ab sofort können Schulen in Oberösterreich diese Workshops beim Jugendservice OÖ buchen.
